Tantra Blog der Advaita Tantra Schule

30. Januar 2013

Youtube zum tantrischen Orgasmus

Filed under: Allgemein — Advaita @ 12:03

https://www.youtube.com/feed/?feature=guide

5. September 2012

Der Orgasmus und die Körpertypen

Da das Körpertypenausbildungsseminar das nächste ist, hier ein Artikel,  der das Thema Orgasmus und das Thema Körpertypen zusammen bringt -allerdings

Kurzvortag über die Körpertypen

Mitschnitt aus dem Körpertypenseminar, Vortrag von Advaita

muss man bis zum Ende lesen..

Mit vier Jahren entdeckte ich eher zufällig, so kam es mir vor, dass ich mir durch Aneinanderpressen der Oberschenkel ein lustvolles Gefühl verschaffen konnte – obwohl ich noch nicht ein Mal die Bedeutung des Wortes Lust kannte: es gehörte nicht zum täglichen Sprachgebrauch in unserer Familie, noch weniger natürlich der Begriff „Orgasmus“.

Spektakulär aber war, was eher als Folge dieses angenehmen Gefühls zwischen den Beinen geschah, nicht dabei, sondern, so weiß ich heute, direkt beim Orgasmus:  ein riesengroßes goldenes  Auge  vor nachtschwarzen Hintergrund erschien mir (natürlich bei geschlossenen physischen Augen), durch dessen Pupille ich abtauchen konnte in einen unendlichen Raum, der mir das Gefühl von Schwerelosigkeit vermittelte – natürlich waren dies Vorgänge geistiger Art, und dennoch erlebte ich sie als wirklich. Die Schwerelosigkeit war nicht beängstigend, sondern merk-würdig – aber auch nicht im üblichen Sinne „glücklich“. Dieses Geschehen konnte ich immer initiieren, wenn ich mich stimulierte.  Es war sehr geheimnisvoll, erlöste mich für eine kleine Zeit von der teilweise als unerträglich erfahrenen Umwelt. Das Erleben des goldenen Auges selbst ließ mich die Zeit vergessen, so dass ich hinterher nie sagen konnte, wie lange es gedauert hatte; fünf Minuten, zehn Minuten, eine halbe Stunde – es hing eher davon ab, wann ich gestört wurde, lebten wir doch zu viert in einem einzigen, wenn auch sehr großen Zimmer. Ich fühlte intuitiv, dass ich besser leise war dabei und ich erzählte  niemandem davon. Dieses Geheimnis gehörte nur mir, mir allein.

So dachte ich.

Eines Tages, ich war gerade wieder im Weltraum masturbatorisch unterwegs, hörte ich die scharfe Stimme meiner Mutter: „Maria, was machst du denn da?“ Ich wusste nichts zu antworten, standen mir doch gar keine Worte zur Verfügung für mein „Machen“ oder Erleben! Meine Mutter versuchte mir, klar zumachen, dass das „unanständig“ sei, diese Aktivität, und dass ich sie lassen sollte. Ich schwieg dazu und machte heimlich weiter, wann immer das möglich war. Doch das goldene Auge erschien mir nicht mehr – ich konnte “machen“, was ich wollte, der Weltenraum, die Schwerelosigkeit, das Geheimnis, das Mysterium – zerstört durch die Worte meiner Mutter, durch das Gift des Schuldgefühls, obwohl die Lust, mein kleiner vierjähriger Orgasmus, rein körperlich noch funktionierte.

Sie hat mich nicht geschlagen, sie hat  mich nicht mit demütigenden Worten verdammt, ihre Stimme beruhigte sich auch nach der ursprünglichen  Schärfe,  die wohl eher ihrem eigenen Erschrecken entsprungen war, eher liebevoll und geduldig erklärte sie mir die Unanständigkeit. Katholisch erzogen, wie sie war, glaubte sie wohl, mich zu behüten.

Heute, viereinhalb Jahrzehnte später, fühle ich auf ein Mal, beim Schreiben dieser Zeilen, etwas Mulmiges in der Magengrube – es ist nicht zu fassen: Angst  davor, erwischt zu werden! Sie ist schon zehn Jahre tot, ich selbst bin inzwischen Großmutter – wie tief sind doch die in der Kindheit verankerten Reflexe!

Ungezählt die seitdem erlebten Orgasmen  verschiedenster Dauer und Qualität –

und doch scheint es mir, als sei das goldene Auge ein Schlüsselerlebnis gewesen, das auf jeden Fall mitspielte, als ich mit zweiunddreißig Jahren auf Margo Anand (meine Lehrerin) traf und die bis heute spirituell wichtigste Meisterfigur meines Lebens: Osho, damals hieß er noch Bhagwan Sri Rajneesh. In seinen Anfängen wurde er von den Medien als Sex- Guru bezeichnet, was in seiner späten Phase, selbst noch zu seinen Lebzeiten und heute erst recht, manchmal vergessen ist. Seine eigene tantrische Phase war in den Siebzigern des 20.Jahrhunderts – ich habe sie selbst leider nicht mehr miterlebt und kenne seine  Äußerungen zum Tantra nur aus den Schriften, die alle Aufzeichnungen seiner Lectures sind.

Er hat viel über den Orgasmus gesagt, folgendes Zitat habe ich ausgesucht:

„Orgasmus ist Ekstase. Orgasmus ist Verloren – Sein in Zeitlosigkeit. Orgasmus ist, wenn dein ganzer Körper mit einer unbekannten Energie vibriert, die dir vorher nicht begegnet ist. Während des Orgasmus` bist du Gott sehr nahe.

Das  Wort „Orgasmus“ kommt von „Orgia“ – das war eine religiöse Zeremonie, eine heidnische Zeremonie:  wenn die Menschen sehr ekstatisch wurden, so ekstatisch, dass ihr ganzer Körper erfüllt war von göttlicher Energie und sie fast platzten vor lauter Energie,

und sie sich in dieser Energie geradezu verloren haben: dann nannten sie das Orgie  -

das war so etwas wie Tantra. Es war dionysisch – das ist die Wurzel des Wortes „Orgasmus“.

Männer fühlen ihn auch selten. Wenn dein ganzer Körper zittert, nicht nur dein sexuelles Organ, wenn du von den Zehen bis zum Kopf ein sexueller Orgasmus  wirst, dann wirst du ein sexuelles Organ….das ist das Symbol des Gottes Shiva; du musst es in Indien gesehen haben, das Shivalingam . Manche wundern sich und sagen: „Wo sind die Augen und wo ist die Nase und wo ist der Mund und wo sind die Beine? Und was für eine Art Darstellung ist dies?“ Das ist das Symbol des Orgasmus: wenn sich der ganze Körper in dieses Organ verwandelt. Augen, Mund, Körper, Geist – alle lösen sich auf in Sexualität, in Sinnlichkeit, in eine Art immenser Empfindsamkeit. Das ist die Bedeutung des Shivalingams.“

„Fly without wings, walk without feet, and think without mind“

 

An andere Stelle behauptet er, dass die orgasmische Erfahrung Grundlage sei nicht nur für das Tantra, sondern auch für den  Sufismus, den Taoismus und  den Zen Buddhismus.

Dass die Qualität der Zeitlosigkeit beim Orgasmus  den weisen Begründern dieser spirituellen Traditionen gezeigt hätte, dass, wenn es eine kleine Möglichkeit gäbe, eine kleine Tür für den Geist, sich von der Bedingtheit der Zeit  zu lösen und sich  in die Unendlichkeit aufzuschwingen, sie geahnt hätten, dass das auch „für immer“ möglich sein müsste.

Auf diese Weise hätten sie die Meditation entdeckt, ihre diversen Methoden entwickelt und natürlich auch die „Erleuchtung“.

Bezugnehmend auf meine eigene frühkindliche Erfahrung kann ich dieser Aussage  zunächst  zustimmen, erst ein Mal  hundertprozentig. Das war Tantra, das Zusammenfallen von sexueller Tätigkeit und meditativer Ruhe des alltagsgeschwätzigen Geistes, auch noch vollkommen aus sich selbst heraus – ohne jegliche Anstrengung. Und das kosmische Licht-und Raumerlebnis war noch mit eingeschlossen.

Nur: bis heute und trotz fast drei Jahrzehnten Tantra erscheint mir das goldene Auge keineswegs automatisch bei jedem Orgasmus sei er nun tantrisch initiiert oder „normal“.

Bezugnehmend auf Oshos Zitat, möchte ich darauf hinweisen, dass bei den dionysischen Ritualen, soweit es mir bekannt ist und was die Wissenschaft darüber weiß, der rituelle, wilde Gruppensex auch durch berauschende Getränke – und keineswegs nur Wein – stimuliert wurde und betörende Musik eine Rolle dabei spielte. Die Beteiligten kamen nicht durch Sex alleine in die tranceartige Nähe zu den Göttern.

Und ich würde Osho auch gerne fragen: „Selbst im Leben eines ganz normalen Menschen, gibt es nicht auch andere Augenblicke, in denen er der Meditation und der Stille nahekommt? Zum Beispiel bei ergreifenden Naturerlebnissen?“

Dazu kommt, dass im klassischen Tantra, dem rituellen Tantra, der Orgasmus kunstvoll kanalisiert und kontrolliert wird, um die sexuelle Energie den höheren Chakras zuzuführen, also sehr bewusst versucht wird, die sexuelle Energie in spirituelle Energie umzuwandeln.

Der Sadhaka (Praktizierende) befindet sich im tantrischen Ritual im Grunde die ganze Zeit zwischen den zwei Polen des Kontrollierens und des Loslassens – mit einfacher Unschuld und dem Eintauchen in die sexuelle Energie allein ist es hier nicht getan. Eine sehr komplexe Angelegenheit, die damit zu tun hat, dass wir als Erwachsene immer die selbstverständliche, unschuldige, kindliche Nähe zum Göttlichen verlieren und dass es eine Menge Arbeit ist, auf einer erwachsenen Stufe diese Nähe wieder herzustellen. Und nicht jeder sexuelle Akt, auch nicht jeder befriedigende sexuelle Akt hat Nähe zu göttlichen Dimensionen.

Bei allem, was Osho über Tantra sagt, war mir immer bewusst, dass er über die Essenz spricht, nicht über Details der tantrischen Praxis.

Zu  seiner Aussage über Shivalingam.: Irgendwann in meinem tantrischen Liebesleben befand ich mich in einer sehr tiefen Vereinigung, die Bewegungen des Beckens wurden immer rhythmischer, jenseits meines Willens, in einer mir bis dahin unbekannten Dimension, wir waren, ich war nur noch Rhythmus, Atem und Stöhnen – und plötzlich öffnete sich in meinem dritten Auge eine Vision: ich sah die Menschheit als Hecke in meinem ganzen inneren Gesichtsfeld – alle in Vereinigung, sie steckten ineinander, bewegten sich rhythmisch wie wir, auseinander geboren werdend, sich wieder dem Akt hingebend, stöhnend, mal getrieben, manche mit animalischen Gesichtern, manche selig verschmelzend mit edel-entrücktem Gesichtsausdruck, ineinander sterbend, aber sobald einer starb, wurde er ersetzt, nahm ein neue Person den Platz in der Hecke ein und vereinigte sich – aber alle folgten einem Naturgesetz, stärker als jedes einzelne Individuum und auch die Qualität der einzelnen Vereinigung spielte hier keine Rolle! Dann wurde alles immer schneller, wie in durch ein Fernrohr gesehen von der „falschen“ Seite verschwand der Blick auf Einzelheiten, die Hecke mutierte in ein endloses Lichterband, in ein Myriaden umfassendes Lichterband.

Mir war intuitiv klar: jedes Individuum ist ein Lichtpünktchen, auch ich, mein Partner, jeder, selbst der bedeutendste Mensch ist angesichts der Unendlichkeit kosmischer Vorgänge in der Schöpfung: ein Nichts! Ein winziger Bestandteil, ein Atom…

Dann wurden mein Partner und ich in die Vision hineingezogen –und damit hörte sie auf! Stärker habe ich nie die allumfassende Gesetzmäßigkeit und Kraft der Sexualität gesehen. Die Erfahrung war egozerstörend, aber nie konnte ich es anderen, denen ich davon erzählte klar machen, dass es trotzdem nicht schlimm war! Obwohl diese Erkenntnis auch erschreckend war – über die Unwichtigkeit de Einzelnen, so hatte sie auch etwas Erlösendes…obwohl es auch nicht „selig“ war im üblichen Sinne…

Tatsächlich übersteigt es meine sprachlichen Fähigkeiten, die Qualität dieser Vision noch besser in Worte zu fassen, mein Gefühl sprachlich auszudrücken.

Soviel an dieser Stelle zur Nähe von mystischen Erfahrungen und Orgasmus.

Danach hatte ich noch viele Vereinigungen – dennoch wiederholte sich auch diese Erfahrung nicht. Es gab noch viele andere mystische, tantrische Erfahrungen – aber die überlasse ich im Augenblick dem fruchtbaren Schoß des erinnerten, aber  noch nicht erzählten Schatzes an Ereignissen zutiefst spiritueller Qualität.

 

Ich möchte mich jetzt ein Mal den Widersprüchen widmen, die sich auftun, wenn man es sich zu einfach macht mit dem Thema. Dabei geht es um Wilhelm Reich, um die „Funktion des Orgasmus“, um  Osho und meine Erfahrungen mit Seminarteilnehmern und natürlich –da es wieder um Gesetzmäßigkeiten geht, immer auch um die eigene Person.

Und ausnahmsweise geht auch nicht um den klitoralen, vaginalen, multiplen oder häufig blockierten Orgasmus – darüber habe ich schon oft geschrieben, hier und in anderen Zeitschriften.

Sondern ich möchte ein Paradoxon beschreiben, das mit der Körpertypenlehre, von Reich mit der „Charakteranalyse“ begonnen, von Alexander Lowen weitergeführt, von Bäurle –teilweise zu humorvoll – beschrieben, einher kommt. Ich habe diese Körpertypenlehre seit dreißig Jahren immer wieder bestätigt gefunden in meiner körpertherapeutischen Arbeit.

Aber ich habe auch Kritik – das sei aber alles ein Mal hintan gestellt.

Es ist die systematische Wissenschaft von den Muskelpanzern, die den Orgasmusreflex behindern im Becken, die im Gesicht ein künstliches Lächeln einfrieren, uns manchmal Schmerzen machen, aber manchmal auch so chronisch sind, dass wir sie gar nicht mehr merken..

Ganz kurz, zur Auffrischung oder für die Leser, die davon noch nicht gehört haben:

Es gibt fünf Grundtypen: den Oralen(dünn und bedürftig), den Shizoiden (dünn und ängstlich), den Masochisten(beleibt und muskulär am stärksten gepanzert, vor allem an den Schultern), den Psychopathen (wohlproportioniert, „phallisch-narzistisch“ in Lowens Sprache), den Rigiden (eher athletisch, leistungsbetont). Natürlich sind die meisten Menschen Mischtypen und man muss sich schon gut auskennen, um wirklich damit zu arbeiten. Doch auch das soll hier mal Nebensache sein.

Die Körpertypen sind hier aufgezählt in der chronologischen Zeit ihrer Entstehung in der Kindheit.

Die erste drei gelten als genital nicht voll entwickelt, das heißt, sie haben aus sehr verschiedenen Gründen einen blockierten Orgasmusreflex und gelten – zumindest an der Oberfläche –als „ich-schwach“ und feldabhängig. Die letzten beiden der „Psychopath“, dessen Thema die Macht ist, und der „Rigide“, dessen Thema die Leistung ist, gelten als genital voll entwickelt, “ich-stark“ und feldunabhängig.  Diese beiden haben keine sexuellen Funktionsstörungen, der Orgasmusreflex ist nicht blockiert und sie gelten sexuell als verführerisch, aktiv und attraktiv.

Wie passt das zusammen mit der Aussage, dass es ja auf die Hingabe ankommt beim Orgasmus, das heißt, der Orgasmus ist ja ein Ich-Verlust?

Wieso können die Ich-starken sich sexuell eher hingeben als die, deren Ego schwächer entwickelt ist und die eine große Angst vor genau diesem Kontrollverlust haben, der zugelassen werden muss, um den Orgasmus zu erleben?

Ich zitiere Wilhelm Reich über die „orgastische Potenz“, ein sehr wichtiger Begriff, der nicht zu verwechseln ist mit der erektiven Potenz des Mannes: „ Die erektive und ejakulative Potenz sind bloß unerlässliche Vorbedingungen für die orgastische Potenz.  Sie ist die Hingabe an das Strömen der biologischen Energie ohne jede Hemmung, die Fähigkeit zur Entladung der hochgestauten sexuellen Erregung durch unwillkürliche lustvolle Körperzuckung. Kein einziger Neurotiker hat diese Fähigkeit, und die überwiegende Mehrheit der Menschen ist charakterneurotisch krank. Die Intensität der Lust im Orgasmus ist (beim angst-, unlust- und phantasiefreien Geschlechtsakt) abhängig von der Größe der auf das Genitale konzentrierten Sexualspannung, sie ist um so intensiver, je größer und steiler das Gefälle der Erregung ist.“

Nun, genau diese Fähigkeit haben die Rigiden und die (manipulativen) Psychopathen.

 

Wir kennen sie unter anderem aus vielen tantrischen Szenarios: sie haben viele Geliebte, sie sind echte Raketen und Tiger im Bett, auf keinen Fall lassen sie sich fangen in der Enge einer monogamen Beziehung. Sie sprechen immer von ihrer Freiheit – und sie lieben, sie lieben überhaupt als die einzig Wahren, weil Freiheit und Liebe Geschwister sind. Wir kennen sie aus der Literatur und Kunst: Es lebe Don Juan! Und natürlich Don Juanita!!

Sie verschaffen den Partnern viele Orgasmen, kunstvoll, sanft, zärtlich, hingegeben..

Aber: sie bleiben immer Chef oder Chefin, dominieren immer das Geschehen.

Ja, und sie sind ein Beispiel dafür, dass  Orgasmusfähigkeit eben doch  relativ wenig mit Erleuchtung  zu tun hat – oder?

Bioenergetisch gesehen sind sie im Brustbereich gepanzert: das Herz schlägt in einer Rüstung, einer festen „Röhre“ aus gepanzerten Muskeln – aber: es sieht oft nicht so aus!

Der Orgasmusreflex  schaukelt bei ihnen sozusagen  mitten in dieser Röhre zwischen Becken und Kopf vorbei und funktioniert wunderbar!

Und bitte: ich möchte nicht missverstanden werden: ich bin nicht gegen Polygamie oder die Freiheit – nur manchmal versteckt sich etwas anderes hinter dem Schein der Oberfläche, als die suggeriert: das Herz ist der Schlüssel – ist aber auch nicht die ganze Antwort: im Herzen zu sein schenkt mir noch keinen ORGASMUS. Für ein erfülltes Menschsein ist der schon recht wichtig.

Die Antwort liegt darin, dass wir als Menschen sehr komplexe Wesen sind und alle Ebenen unseres Daseins angeschaut und integriert werden müssen, um das ganze Potenzial als Mensch zu er- leben. Kein einzelner Aspekt trägt in sich die ganze Antwort – die Physiker, so habe ich gehört, suchen auch seit Jahrzehnten die eine Formel, die die ganze Welt erklärt: sie haben sie NICHT gefunden – und angeblich ist in internen Diskussionen davon die Rede, das man davon immer weiter entfernt ist. (so stand es in der ZEIT)

Zuletzt noch Osho über Reich: „Wilhelm Reich hat recht, wenn er sagt, dass, wenn wir der Menschheit den Orgasmus zurückbringen, werden fast neunzig Prozent der Geisteskrankheiten sofort verschwinden – wie Tautropfen am Morgen, wenn die Sonne kommt.“

Ach, ich wünschte mir von Herzen, die zwei hätten recht! Habe mich sehr bemüht darum, Menschen zu helfen, einen Orgasmus zu bekommen. Ich hatte Erfolg in vielen, sehr vielen Fällen, aber: keineswegs hören damit automatisch selbstzerstörerische und neurotische Verhaltensweisen auf, noch nicht ein Mal im Einzelfall.

Auf dem Weg zu einem glücklicheren Leben ist auch das nur ein Baustein.

Da irrte auch Reich. Ich glaube Osho und Reich haben beide die Wirkung von Gewalt

auf die Gesundheit der menschlichen Psyche unterschätzt.

Dennoch: ich wünsche allen Lesern dieses Magazins  ein orgastisches und  orgasmusreiches Leben – mit Nähe zum mystischen, grenzenlosen inneren Raum. Möglich ist das schon.

5. Juni 2012

Hilfe für den vorzeitigen Samenerguss= “ejaculatio praecox” -Potenz steigern mit Körperarbeit

Mann tendiert zu “ejaculatio praecox”, wenn er innerhalb von drei bis fünf Minuten sexueller Betätigung “kommt”.

In meiner mehr als drei Jahrzehnte währenden Arbeit als Seminar-Leiterin wurden mir immer wieder Fragen wie die unten  gestellt.

Falls e s dich betrifft, der gerade hier liest: du bist nicht allein. Männer sprechen untereinander selten über diese Thema, weil sie es als “ehrenrührig” empfinden, die Eigenbeurteilung ihre Männlichkeit daran knüpfen.  Viel quälen sich damit ein ganzes Leben, ohne Hilfe zu suchen oder sie suchen Hilfe und finden keine – doch es gibt gute Neuigkeiten:

Mit bioenergetisch-tantrischer Körperarbeit kann die Potenz gesteigert werden!

Hier die anonym gestellte Frage eines Teilnehmers  des Orgasmus-Seminars, die sehr typisch ist:

  “Ich habe erst seit  eineinhalb Jahren regelmäßig Sex. Früher kam ich immer gleich, heute geht es etwas länger. Es ginge sogar sehr lange, aber dann ist es langweilig. Meine Freundin liebt es, wenn ich sie richtig „rannehme“. Aber sobald ich zu einer Serie von  mehreren schnellen Stößen ansetze, und es anfängt, richtig Spaß zu machen, komme ich sofort. Dies macht den Sex zunehmend problematisch und ich sehe darin zwei Probleme: 1. fehlt mir der Spaß  2. Fehlt er meiner Freundin. Was kann ich tun?”

Die Worte „früher kam ich immer gleich“  deuten auf die wohl häufigste  männliche Einschränkung für befriedigenden Sex: die „ejaculatio praecox“ – die vorzeitige Ejakulation oder den vorzeitigen Samenerguss.  Auf der körperlichen Ebene bedeutet das, dass die inneren Beckenbodenmuskeln so sehr chronisch angespannt sind, dass eine permanente Übererregung vorhanden ist, die aber nicht registriert wird, weil sie schon immer da ist und war.

Die chronische Verspannung der Beckenbodenmuskulatur kann mit mit der tantrischen Beckenatmung, bioenergetischen und yogischen Übungen dauerhaft behoben werden. Diese Methoden werden im Advaita-Tantra vermittelt und können nach dem Erlernen auch selbstständig praktiziert werden..

Zunächst ein Mal die Beschreibung möglicher  früher bis sehr früher Ursachen:

„Die Ursachen können unter Umständen, je nach Biografie, sehr früh im Leben des Säuglings, Kleinkindes angelegt werden. Bei der Sauberkeitserziehung  entstehen oft schon die Grundlagen für eine gestörte, gehemmte oder sogar schwer traumatisierte Sexualität. Falls die Mutter oder Pflegeperson selbst sexuell unterdrückt ist, weil sie repressiv erzogen wurde, unter Umständen sogar einen geheimen Ekel vor den Exkrementen des Säuglings hat, dann wird sie dazu tendieren, das Kind schnell zu versorgen, oder auch ein wenig ruppig und hart anzufassen.

Wenn dann noch die ersten genitalen Entdeckungen des Kindes dazu kommen, die sie unterbinden will, indem sie seine Hand wegstößt oder heftig „Bah, bah, das macht  man nicht“ in herrischem Ton sagt,  dann wird das Kind, das zu Beginn seines Lebens noch sehr offen und sensibel ist, sich aber nicht ausdrücken kann, zum Beispiel selbst Ekel entwickeln vor dem eigenen Körper, vor den eigenen lustvollen Impulsen, vor Kot und Urin, und sogar vor der Berührung durch eine Frau. Diese Entwicklung ist langwierig und sehr unterschwellig, oft dem erwachsenen Mann nicht mehr bewusst.

 Auch wenn die Mutter gefühlskalt ist, teilt sich die Kälte den Genitalien mit bei der Berührung. Ist die Mutter vielleicht  sogar verborgen aggressiv, dann kommt die Angst dazu, die ein solches Verhalten bei einem wehrlosen kleinen Wesen erzeugt. Die Erfahrungen der ersten vier Lebensjahre werden im Stammhirn zu Urimpulsen. Im Grunde sind nur zwei Reaktionen bei unangenehmen Erfahrungen oder Gefahr möglich: Flucht oder Angriff. Beides ist für das Kleinkind nicht möglich, deshalb bleibt ihm nur die Kontraktion der kleinen Muskeln, das Anhalten des Atems und natürlich Schreien – was ihm aber unter Umständen auch abgewöhnt wird mit diversen Sanktionen. Zum Beispiel haben Generationen von Müttern nicht auf das Schreien ihrer Kinder gehört, weil man das Kind so „verwöhnen“ würde. Bis jetzt stimmt das für beide Geschlechter, Mädchen wie Buben.

Bei den kleinen Jungen kommt ein wesentlicher Faktor dazu: sie werden im Allgemeinen später sauber als die kleinen Mädchen. Da gibt es dann eine Menge Motivation für den Kleinen, der Mama „nicht mehr so viel Arbeit“ zu machen. Bevor der Kleine vom Schließmuskel her dazu in der Lage ist, verkrampft er den ganzen Urogenitaltrakt, damit Mama sich freut. Er wird gelobt und geliebt! Alle Muskeln im Beckenboden, die Peniswurzel, der Anus, sogar auch Bauch und Zwerchfell werden angespannt. Durch die chronische Muskelanspannung wird die Atmung automatisch flacher, deswegen werden dann auch „Krachmachen“, Beweglichkeit und sexuelle Impulse mit eingeschränkt. Das kam zumindest einer sehr großen Anzahl sexuell unterdrückter oder missbrauchter Mütter sehr entgegen:

Fertig ist der brave, saubere und anständige kleine Bub. Das passte doch wunderbar ins Erziehungskonzept!

In der Pubertät kann dann noch Folgendes passieren:

Wegen seines sehr hohen Testosteronspiegels kann der Heranwachsende nicht anders, als ab und zu oder auch häufiger zu masturbieren. Die Mutter erwischt ihn oder macht Bemerkungen wegen seiner befleckten Bettwäsche. Im schlimmsten Fall verhöhnt sie ihn wegen seiner nächtlichen Abenteuer. Fertig ist der Praecox – Mann, der schon vorher prädestiniert war wegen seiner Sauberkeitserziehung. Der inzwischen chronisch verspannte Beckenboden und die Peniswurzel erlauben nur noch eine sehr geringe Erregung. Ein so vorprogrammierter Mann wird Schwierigkeiten haben, überhaupt zu erigieren oder er ergießt seinen Samen innerhalb von fünf bis zehn Minuten.

Das hat dann zur Folge, dass er keine Frau befriedigen kann, die selbst halbwegs gesund ist und orgasmusfähig. Sie denkt, es hängt an ihrer mangelnden Schönheit. Sie entwickelt Minderwertigkeitsgefühle, verachtet ihn, weil er sie als „Spucknapf“ benutzt hat und weiß nicht so recht, wie  sie mit der Situation umgehen soll. Vielleicht behauptet sie, es mache ihr nichts aus. Das mag auch stimmen, wenn das alles ein Mal oder ab und zu vorkommt. Aber, wenn sich das häuft, wird sie frustriert und streitlustig. Es macht ihr nur wirklich nichts aus auf die Dauer, wenn sie selbst sexuelle Schwierigkeiten hat und mit ihm einen unbewussten „Nichtangriffspakt“ geschlossen hat.

Sein Selbstwertgefühl ist schon im Keller, wiederholte schlechte Erfahrungen mit keiner, einer instabilen oder  sehr kurzen Erektion nagen am Grundgefühl seiner Männlichkeit.  Entweder er spaltet diese Tatsachen ab, kaschiert sie, indem er zum Beispiel sich daran gewöhnt, die Partnerin manuell oder oral zu befriedigen oder er kompensiert mit Höchstleistungen in anderen Lebensbereichen.  Je nach eigenem Entwicklungsstand spielt die Partnerin mit oder lässt sich scheiden oder erträgt es, weil sie es im schlimmsten Fall nicht besser kennt.“

(Zitat aus „Wenn Mann nicht kann“, erschienen in der Zeitschrift „Matrix“ Advaita Maria Bach)

Damit der Fragende seine Lust genussvoll spüren kann, müssen die Beckenbodenmuskeln entspannt werden, einen Tonus entwickeln. Sexuelle Spannung zu genießen, die Potenz steigern zu wollen um ihrer selbst willen, nicht, um der Frau zu gefallen, erfordert lockere Muskeln, sonst ist der Mann permanent so kurz vor dem Höhepunkt, dass es nur noch um die Entladung geht – der Weg dahin ist aber die Länge des Liebesaktes. Eine gesunde Frau, die selbst keine Orgasmus -Störungen hat, braucht ungefähr zwanzig Minuten, um selbst zum Orgasmus zu kommen durch genitale Stimulation, nicht drei bis fünf!

Hat sie aber die leidigen Störungen, kann es für sie bis zum ersehnten Höhepunkt erheblich länger dauern, womit unser Liebhaber dann erst recht überfordert ist.

In unsrem speziellen Fall hier möchte die Frau „rangenommen“ werden – was eventuell auf eine Konditionierung hindeuten könnte, die einen aggressiven Stil des Mannes bevorzugt. Die Implikationen dafür sind so selten nicht anzutreffen – aber darauf gehe ich jetzt an diesem Platz nicht ein.

Er schreibt weiter, dass es bei längerer Dauer der Stöße schnell „langweilig“ wird. Das deutet auf abgekoppelte sinnliche Empfindungen hin, das heißt, die Bewegungen werden mechanisch – und er kommt, schon wieder zu früh..

Frustration für beide Beteiligten ist die Folge, auch die Ursache für so manche Ehe, die in allen anderen Aspekten des Zusammenlebens vielleicht in Ordnung ist – aber nicht im sexuellen..

Doch die bioenergetisch-tantrische Körperarbeit gibt die notwendige Hilfe:  allmählich kann die erotische Spannung selbst als lustvoll empfunden werden,   und vor allem: mehrere Stöße werden nicht „langweilig“, weil die Gefühle durch das Nervensystem zum Gehirn geleitet werden. Dann gibt es noch zahlreiche Übungen, z. B. die PC-Muskel-An-und Entspannung, die ein genitalmuskuläres Work-out darstellen; tantrische Übungen zur Achtsamkeit und Verlangsamung erhöhen die Wahrnehmung des größten Geschenks für uns Sterbliche: den Orgasmus, das Abtauchen in Seligkeit, das Verschwinden des Alltagsbewusstseins, sei es für eine kleine Zeit.

Diese Übungen, die Mann dann auch selbstständig praktizieren kann, vermittle ich in meinem Orgasmus –Seminar.

Das nächste findet statt vom 6. -8. Juli,  im Odenwald, hier auf dieser Seite zu finden unter „Termine“.

http://www.advaita-tantra.de/screens/german/viewdate.php?title=Orgasmus

Was kannst du tun? Dir diese Übungen vermitteln lassen, fleißig üben – und die Resultate genießen..

Mehr dazu:http://www.advaita-tantra.de/wordpress/2011/05/

http://www.advaita-tantra.de/wordpress/sexualitat/die-nachste-frage-zum-thema-orgasmus/

http://www.advaita-tantra.de/wordpress/2010/09/

 

 

Was hat Liebe mit Orgasmus zu tun? ..zum Beispiel

Preis 16 € bei ihr selbst zu bestellen

 

19. Februar 2012

Verehrung statt Unterwerfung – BDSM und Tantra – ist das wirklich zu vereinen?

Filed under: Sexualität,Tantra — Schlagwörter: , , , , , — Advaita @ 13:40

CD hier im Shop erhältlich 16 €

16 € hier im Shop

Immer wider erreichen mich von Kollegen die Aufforderungen, BDSM und Tantra eine Schnittstelle zuzugestehen, eine Parallele, die ich nicht sehen kann, Deshalb stelle ich diesen Artikel noch ein Mal ein und hoffe auf eine starke Auseinandersetzung.
„Bestrafe mich,
deine Größe macht mich klein,
du darfst mein Bestrafer sein….
Schließ mich ein in dein Gebet,
bevor der Wind noch kälter weht,
du sagst ja, ich denke nein,…
du darfst mein Bestrafer sein…“
Rammstein, CD „Sehnsucht“

Immer wieder begegnet mir das Thema, vor allem in meinen Körpertherapie –Seminaren, die die Teilnehmer im tantrischen Rahmen bei mir als Teil der Jahresgruppe durchlaufen. Ein Mal auch privat als Vergangenheit eines Partners und zunehmend auch als Tendenz/Dekor in genau diesem Magazin.
Viele Menschen, mehr als man denken sollte, haben die Neigung, sich zu sexuell erregenden Zwecken erniedrigen und körperlich quälen zu lassen. Da wird kunstvoll geschlagen, werden Gewichte an die Brustwarzen gehängt, Körperteile mit Stacheldraht umwickelt, heißes Wachs auf die Haut geträufelt, werden die Hände an das Bett oder eine Eisenstange gefesselt, die Hoden abgebunden, es wird gepeitscht mit der neunschwänzigen Katze oder dem Rohrstock, ein Eisenstab wird in den Anus eingeführt, man setzt sich auf dornige Stangen oder lässt sich von einem vermummten Mann mit Ledermaske in ein vollkommen verdunkeltes Zimmer führen und prügeln …Oder es werden erwachsene Menschen in Ledermaske an einer Leine geführt wie ein Hund und getreten und immer wieder auch verbal gedemütigt.(Siehe der Song „Bück dich“, und „Küss mich“ auch von Rammstein auf derselben CD).
Die Studios der Dominas haben jede Ausrüstung, die auch einem mittelalterlichen Folterkeller Ehre machen würde – mit Streckbank bitteschön. Aber natürlich riecht es besser, ist sehr sauber, ja sogar elegant. Weil alles freiwillig geschieht, wird teuer bezahlt und das Geschehen wird zum Lustgewinn inszeniert.
Es wird auch immer versichert, dass alles sehr kunstvoll gemacht wird, sodass ein Kunde niemals eine Verletzung davon trägt. Es wird auf die Grenze geachtet – bevor ein Hämatom entsteht oder gar Blut fließen würde – außer, der Kunde wünscht sich das anders!
In Frankfurt verzeichnen die Studios einen erstaunlichen Anstieg ihres Umsatzes, was das „Frankfurt Journal“,
eine Stadtzeitung und Programmzeitschrift, vor einigen Wochen zu dem Titelblatt „Schmerz am Main“ inspirierte. Da ist ein Businessmann mit Anzug und Krawatte zu sehen, der von einer elegant in engem Korsett gekleideten Domina Schlips gepackt wird – er schaut erwartungsvoll zu ihr auf. Sie ist übergroß und er darf klein sein.
Viele Menschen haben sexuell gefärbte Gewaltphantasien, die sie nie ausleben. Diese Vorstellungen und Alb-oder Wunschträume bleiben in ihren Gedanken, werden versteckt vor den Mitmenschen, vor allem dem Partner, und werden nicht ausagiert, bleiben in der Tabuzone. Die Szene brüste sich damit, aus dieser als kleinbürgerlich verschrieenen Tabuzone ausgebrochen zu sein und es gilt als schick, auszuleben, was sich so ein Spießer eben nicht traut. Es werden neurotische Zwangshandlungen verfestigt und die tiefe Verletzung dahinter wurde verdrängt -so weit ins Unbewusste, dass die Ursache der Verquickung von Schmerz und Lust nicht mehr realisiert wird. Dies behaupte ich nicht leichtfertig, sondern als Therapeutin, die keinerlei moralisierende Sicht auf das Phänomen hat. Im Verlauf der Jahrzehnte gibt es viele Teilnehmergeschichten, die eine SM Historie haben. Speziell durch die von mir entwickelte Schattenarbeit kommen diese dunklen Seiten in der frühkindlichen Biographie ans Tageslicht. Wenn diese Teilnehmer in der Arbeit bleiben, verliert SM den Kick, weil sie die Ursachen emotional verstehen und diese Art der Befriedigung nicht weiter verfolgen wollen und weil sie eine andere Art der tiefen Befriedigung erleben: tantrische Sexualität.
Ich bin selbst keine Insiderin, da ich nie den Wunsch verspürte, auf diese Weise dominieren zu lernen oder gar die Kunst der Hingabe. Ich weiß auch, dass SM ein sehr komplexes Phänomen ist. Diese Komplexität kann hier nicht gewürdigt werden.
Hier ein kleines Zitat von der Seite „Datenschlag“ im Netz:
„Geschichte
Vor der Pathologisierung des SM durch Krafft-Ebing (1886/1997) galt SM weder als Krankheit noch als Sünde (Bullough & Bullough 1977). Verhalten, das wir als SM bezeichnen würden, kam ganz allgemein in uralten Hochzeitsritualen vor (Kokkoka 1150/1965; Nefzawi 1400/1964; Vatsysayana 450/1964). Im späten fünfzehnten Jahrhundert erschien der erste unzweideutige Bericht über SM, und zwar eher als medizinisches Kuriosum denn als Problem (zitiert in Ellis 1936). Andere, in ähnlicher Weise verfasste Fallstudien folgten, aber SM wurde noch immer eher als Kuriosum denn als Krankheit gesehen. Während es SM-Verhalten bereits vor dem fünfzehnten Jahrhundert gab, enthalten historische Berichte nicht ausreichend Informationen, um eindeutig festzustellen, ob dieses Verhalten einvernehmlich und/oder zu erotischen Zwecken erfolgte.“
Verwunderlich ist für mich der vorsichtige Ton und die Verwunderung der Psychologen, woher denn dieses Verhalten wohl kommen könnte. Jedes Jahr bin ich immer wieder erstaunt, wie viele Menschen Schläge bekommen haben in der Kindheit, obwohl sich das Klientel verjüngt. Es ist auch vollkommen üblich, die Wirkung der Schläge herunter zu spielen. Der Satz:“Es hat mir nicht geschadet.“ ist unausweichlich der Begleiter bei dieser Auskunft. Dazu kommt der immer noch weitgehend unterschätzte frühkindliche Missbrauch, vor allem, wenn man, wie der Bioenergetiker Alexander Lowen, Prügel auf den nackten Hintern dazu zählt. Seine Begründung: diese Körperregion wird durch häufigen Schmerz betäubt. Außerdem bedeutet der Anblick eines süßen Kinderpos oft sexuelle Erregung für den „Erzieher“. Das Kind bekommt das unter Umständen intuitiv mit. Dann kommt noch hinzu, dass es auch schon im Säuglingsalter, beim Wickeln durch gefühlskalte und sadistische Mütter oder andere Erziehungspersonen zu ruppigen Berührungen der zarten Genitalien kommen kann, die die Sensibilität zerstören und das Empfinden betäuben. Zusätzlich kommt es vor, dass kleine Kinder bei der Sauberkeitserziehung an den Genitalien manipuliert/stimuliert werden oder sogar misshandelt: Bisse in den Po, Tritte in die Schamgegend und Schläge auf die Genitalien, auch anale Penetration sind leider nicht vollkommen unüblich. Wer so früh den unmittelbaren Zusammenhang von Lust und Schmerz kennen lernt, der kann später nicht oder schwer unterscheiden. Im Stammhirn, wo alles abgespeichert wird, auch als frühes Nervenreaktionsmuster, was später nicht mehr ins Frontalgehirn durchdringt, werden die Impulse gelegt für späteres Verhalten.
Da sich später niemand daran erinnern kann, wird dieser Umgang mit den lustspendenden Organen vergessen, ist aber als Verhaltensprogramm etabliert. Wer sich darüber informieren will, wie das funktioniert, der lese „Am Anfang war Erziehung“ von Alice Miller.
Grundsätzlich komme ich auch von der Körpertypenlehre von Wilhelm Reich, deren grundsätzliche Stimmigkeit ich immer wieder feststelle. Demnach wären vor allem der Maso und der Psychopath auf der Szene anzutreffen. Zumindest ist anzunehmen, das Charakterzüge dieser beiden Körpertypen dominieren: Mächtig sein und/oder sich zu unterwerfen kennzeichnet diese Menschen. Auch, dass viele geren die Rolle wechseln, spricht nicht gegen die Körpertypenlehre, sind doch die meisten Menschen Mischtypen. Wobei natürlich die Unterwerfung die Rolle des Kindes ist und die dominante Rolle die des Erziehers ist.
Die dominanten Körpertypen (der Psychopath und der Rigide) identifizieren sich mit dem Aggressor und verdrängen auf diese Weise die Schmerzen des Opfers. Macht ist eben supergeil und offensichtlich für manche Menschen auch die Ohnmacht. Schon oft habe ich mit Teilnehmern den Unterschied zwischen tantrischer Hingabe und dem Opfertrip diskutiert. Im Tantra wird die Fähigkeit zur Hingabe entwickelt, die abgrenzenden Aspekte des Egos fallen zu lassen, im Idealfall ohne Akt des Willens, sondern allein durch die Seligkeit des Verschmelzens. Für diesen Idealfall sind die Hindernisse allerdings Legion, wie wohl jeder weiß, der tantrische Vereinigungsrituale leitet! Außerdem fehlt dieser Hingabe die Zwanghaftigkeit der neurotischen Wiederholung, die jeden Opfertrip begleitet. Und sie ist begleitet von sensibler Wahrnehmung dessen, was gerade geschieht, kennt den Unterschied von Selbstaufgabe und Hingabe. Sich hingeben kann nur ein Mensch, der die Wahl hat und zumindest sich auskennt mit den eigenen inneren Zwängen.
Manchmal ist es sehr schwer für die Betroffenen, aus den alten Mustern auszubrechen.
Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin, die sich immer wieder anmelden wollte für die Primärgruppe, es dann aber unter dem Strich nie getan hat. Ihr Ehemann stand auf Latex und Windelspielchen, auf Defäkation während des Liebesaktes. Sie selbst ist eine sehr hochgewachsene und selbstbewusste, charakterstarke Frau, bei der man nicht vermuten würde, dass sie sich dreißig Jahre lang darauf eingelassen hat. Ihr Ehemann gilt als erleuchtet (!) bei seinen Schülern, praktiziert Zen seit Jahrzehnten und natürlich würden auch die Schüler solche Praktiken bei ihrem Meister nicht vermuten. Ich fragte sie ein Mal, ob sie es denn nicht auch genossen hätte, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie diese Praktiken jahrzehntelang mitmachte ohne Konsens! Sie sagte, keine Sekunde, nicht den Bruchteil einer Sekunde hätte sie es je genossen. Sie wolle sich scheiden lassen und Schluss machen damit! Sie hat sich aber nie angemeldet, und nach einiger Zeit war ihre Stimme immer noch auf dem gemeinsamen AB..
(Diese Geschichte hatte unter anderem auf mich die Wirkung, dass ich den Buddhismus abhakte, mit dem ich zwei Jahre sehr intensiv geflirtet hatte. Ich sagte mir: wenn es möglich ist, Buddhismus zu praktizieren und trotz aller Meditation dieser Lebensbereich vollkommen unberührt und abgespalten bleibt, dann verzichte ich auf diesen Weg. Das ist wie in der katholischen Kirche, wo 10 – 15 % der abstinenten Gottesmänner Zöglinge missbrauchen, und alle Gebete das auch nicht verhindern!)
Eine andere, ein reife Frau, deren besonders abscheulicher Missbrauch durch den Großvater(ein verurteilter Pädophiler!) vollkommen aufgedeckt war, hatte einen Partner, bei dem regelmäßig, während eines „normalen“ Liebesaktes, die „dunkle Seite“ durchkam. Er begann dann, aus dem Nichts scheinbar, sie zu ohrfeigen und verbal aufs Schlimmste zu demütigen als „Schlammfotze“, „Flittchen“, „Stück Scheisse“ und so weiter. Sie fragte mich unter Tränen, ob sie das ertragen müsse dafür, geliebt zu werden. Ich versuchte, sie vom Gegenteil zu überzeugen und zunächst sah es so aus, als gelänge das.
Sie war schwer orgasmusgehemmt, aber das konnten wir beheben! Sie brachte sogar ihren Freund mit, der tatsächlich auch eindeutig ein masochistischer Körpertyp war. Sie fand einen anderen Liebhaber in der Gruppe und alles war erst ein Mal ganz wunderbar, sie nahm sogar an einem Fortgeschrittenenseminar teil.
Aber dann, nach einer Weile, hörten wir nichts mehr von ihr und dann trug es uns die Gerüchteküche zu: Sie war zu ihrem alten Freund zurück gekehrt und es ging weiter wie zuvor!
Und so gibt es noch viele Geschichten, jedes Jahr einige – ich könnte ein Buch darüber schreiben.
Immer wieder: Züchtigung verbunden mit Missbrauch, hetero, homo – einzeln oder sogar mit mehreren Erwachsenen, die sich an einem Kind gütlich tun. Manchmal sind es auch ältere Geschwister: die Variationsbreite ist endlos, die Häufigkeit und Schwere und der Grad der Verdrängung auch, die schlimmen Konsequenzen für die Betroffenen sind Legion: vor allem sexuelle und emotionale Schwierigkeiten, gesundheitliche Störungen, neurotisches Abwehrverhalten.
Ob aber jemand tatsächlich dann auf die Szene geht oder nicht, oder das erlebte Trauma im geheimen blüht, das hängt von vielen Faktoren ab, die zu erforschen hochinteressant wäre.
Zum Schluss möchte ich einen Teilnehmer selbst sprechen lassen:
„Seit ich mich daran erinnern kann, habe ich Gewaltphantasien, in der ich von Frauen gequält und misshandelt werde bzw. diese selbst folterte. In meiner Kindheit war ich der Indianer, der am Marterpfahl stand, in meiner Jugend der Agent, der durch feindliche Agentinnen gefoltert wurde oder der Soldat, der Frauen vergewaltigte. Meine sexuellen Phantasien drehten sich hauptsächlich um Schmerz und Lust. Abgesehen von leichten Fesselspielen praktizierte ich bis zum Alter von 30 Jahren ganz normalen Blümchensex .
Meine ersten SM-Erfahrungen machte ich erst, als ich fest im Berufsleben stand und genügend Geld für Studiobesuche hatte. Der Besuch im Studio war dann für mich auch wie Weihnachten und Ostern zusammen. Empfangen wurde ich von einer bildhübschen Domina, die sehr einfühlsam auf meine Wünsche und Ängste bzgl. der folgenden Session einging. Die Session fand in einem dunklen, schwarzroten Raum statt, in dem Ketten und Fesseln an den Wänden befestigt waren bzw. von der Decke hingen. Das Outfit der Domina durfte ich wählen und ich entschied mich für Stiefel, Slip und nackten Oberkörper, so dass ich mich während der Session an ihrem Busen aufgeilen konnte. Nachdem ich geduscht hatte und sie sich entsprechend umgezogen hatte, begann die Session. Zuerst band Sie meine Hände an einer Eisenstange fest, die von der Decke hing.
Um mein Hinterteil für die eigentliche Behandlung vorzubereiten, schlug sie mir mit der flachen Hand mehrfach auf den Po. Anschließend bearbeitete sie meinen Rücken und den Po mit einer Peitsche. Die Auspeitschung erfolgte professionell, d.h.es wurde nur auf die großen Muskelgruppen geschlagen, keine Schläge auf die Nieren, Lungen usw. Diese Auspeitschung wurde unterbrochen durch die Bearbeitung meiner Brustwarzen mit diversen Klammern. Um den Schmerz noch zu steigern, wechselte sie irgendwann, als mein Körper schon schweißgebadet war, zum Rohrstock über, ein höllisches Instrument. Konnte ich bis dahin noch meine Schmerzensschreie unterdrücken, brach nun die ganz Qual in lauten Schreien aus mir heraus. Plötzlich und ohne Vorwarnung begann sie dann ganz sanft meine abgebunden Hoden und Penis zu massieren, bis er richtig schön fest wurde. Dabei drückte sie immer wieder ihren geilen Körper an mich. Als ich mich gerade so schön an sie schmiegen wollte nahm sie wieder den Rohrstock in die Hand und schlug zu. Mein Körper war nur noch Lust, Schmerz und Ekstase. Ich hatte das Gefühl ganz nahe bei mir zu sein, war high von mir selbst. Als ich so richtig am „wegfliegen“ war, band sie mich los und befahl mir, mich auf eine Streckbank zu legen. Sie entfernte ihren Slip, stimulierte meinen Penis mit der Hand, streifte ein Kondom drüber und setzte sich mit ihrer Möse auf mich und begann, mich zu ficken. Eingefleischte Sklaven und Dominas werden jetzt aufschreien, ja mir ist bekannt, dass 90% aller Dominas nicht berührbar sind, und sich von der Prostitution distanzieren. Aber es gibt immer noch einen Graubereich der Bizarrladies, die auf solchen Lust- und Schmerzspielen stehen. Wie ja der obengenannten Schilderung zu entnehmen ist, war ich ziemlich high nach dieser Session und das Glücksgefühl hielt auch noch ca. 6 Stunden an. Keine Trauer, keine Melancholie, sondern nur das Bedürfnis, das Ganze zu wiederholen. Neben einigen Sessions im privaten Bereich, die aber aufgrund der mangelnden Ausrüstung und fehlender Erfahrung nicht mit der Professionalität in Studios zu vergleichen sind, besuchte ich die nächsten 10 Jahren eifrige diverse Studios und Bordelle.
Da ich aber immer schon das Bedürfnis hatte, Spiritualität und Sex zu verknüpfen entschied ich mich, ein Tantra -Seminar zu besuchen. Vor allem war ich fasziniert von den dunklen Gottheiten Shiva und Kali, der Möglichkeit intensiven Sex zu erleben: vielleicht konnte ich das ganze ja auch noch mit SM kombinieren. Und dann kam alles ganz ganz anders…Nachdem ich in den folgenden Jahren eine Vielzahl von Advaita-Seminaren besuchte, änderte sich meine Einstellung zum SM komplett. Im Rahmen der tantrischen Primärtherapie entdeckte ich den Grund für meine Faszination am Schmerz und an dominanten Frauen. Üble Erfahrungen mit katholischen Kindergärtnerinnen, sadistische Nachbarinnen und bedrohliche Krankenschwestern ließen in meiner Psyche den Wunsch nach starken Frauen, die mir Schmerzen zufügen, entstehen. Ich identifizierte mich mit dem Aggressor und unterwarf mich starken Frauen, um sie dann beim Sex selbst wieder zu beherrschen.
Seitdem war ich in keinem Studio mehr und die sado-masochistischen Phantasien gingen stark zurück. Das Bedürfnis nach intensivem Sex und spirituellem Erleben ist immer noch vorhanden und kann zum Glück im Tantra auch ausgelebt werden. Ein Satz von Advaita hat sich mir in der Zeit als Teilnehmer der Jahresgruppe besonders eingeprägt: „Im Tantra geht es um Verehrung nicht um Unterwerfung“. Shiva verehrt seine Shakti, dazu muß er gleichzeitig Liebhaber und Krieger sein und kein Sklave. Shakti genießt und erfreut sich an der Verehrung ihres Liebhabers und obwohl sie unglaublich stark ist, unterwirft sie ihn nicht sondern sieht ihn als gleichberechtigten Liebhaber im Tanz der Lust, Kraft und Ekstase. „

Advaita Maria Bach, 27.4.07 in Wiesbaden

20. Juli 2011

Orgasmus ohne Liebe

Galaxie als Metapher für den Orgasmus

Advaita beantwortet vier Fragen zum Thema Orgasmus 16 € hier im Shop

Ganz genau lautet die Frage: Wenn ich einem Mann mitteile, dass ich ihn nicht liebe, dann öffnet sich bei mir das Tor. Wäre ich aber ernsthaft verliebt, dann laufe ich weg und in meinem Körper tut sich nichts. Wie löse ich das ? Wie komme ich aus diesem Muster raus?
Ganz offensichtlich geht es hier um die Angst vor der Liebe, oder vielmehr die Angst vor der Verbindung von Lust und Liebe. Vor Verbindlichkeit, vor der tiefen Berührung des Herzens.
Der Orgasmus wird bei dir verknüpft mit einer Risikoangst, wenn es wirklich um eine tiefere Verbindung ginge. Die Lösungsfrage dreht sich um den Punkt in deinem Leben, an dem sich die Liebe von der Lust, vom Sex getrennt hat. Du hast es geschafft, Nähe vom Sex zu trennen.
Wahrscheinlich in der Kindheit, durch übergriffiges Verhalten einer Person aus deinem Umfeld hast du gelernt, den Sex zuzulassen und gleichzeitig innerlich auszusteigen. Das ist ein relativ häufiges Phänomen. Es ginge darum, die Urszene zu finden, am besten durch Körpertherapie.

Doch ist es auch wichtig, dass du dich selbst fragst, wie erfassend der Orgasmus, den du “ohne Liebe”hast, denn auch wirklich ist. Ist dein ganzer Körper in einem Beben oder ist der Orgasmus eher
auf die Klitoris konzentriert?
Wenn du an Liebe denkst, welche Angst genau hast du? Vereinnahmt zu werden, verlassen zu werden, ausgenutzt zu werden, verraten zu werden, betrogen zu werden?
Was ist so gefährlich an der Liebe, die dir vorgelebt wurde, das du meinst, die Kontrolle darüber nicht aufgeben zu können?
Oder gab es Vorbilder in deiner Jugend für abgetrennten Sex?
Haben deine Eltern vielleicht der Umwelt eine gute Ehe vorgespielt, aber dann hast du eines Tages Pornohefte unter dem Sofa gefunden?
Hatte einer deiner Eltern oder beide ein Verhältnis, eine Affäre, war “untreu”?
Gab es einen Unterschied von Schein und Sein?
Wieso kannst du der Liebe nicht vertauen?
Was ist an Männern nicht vertrauenswürdig?
Beantworte dir diese Fragen, vielleicht schriftlich, so spontan wie möglich. Sei absolut ehrlich.
Finde deinen inneren Konflikt, deine Widersprüche.
Es geht um deine Projektionen, die Resultate von Erfahrungen sind, die vielleicht verdrängt wurden.
In der Tiefe geht es um das Thema Männerhass. Es kommt dir vielleicht übertrieben vor, meine Erfahrungen haben aber gezeigt, dass hinter einer solchen Abtrennung von Körper und Herz zum Beispiel der Satz steckt: “Du kriegst mich nicht.” Spiele damit. Kommt er dir bekannt vor?
Ist das ein Gefühl, dass dich vor Ohnmacht rettet?
In deinem Leben: wie kommst du mit Männern aus? Mit dem Chef? Hast du vielleicht besondere Probleme mit männlicher Autorität?
Hast du männliche Freunde? Wiesehen diese Freundschaften aus?
Deine Beziehungen? Ist es nicht möglich, wenn du einen Mann länger kennst, dass du deinen Widerstand aufgibst?
Ich hoffe, es hilft dir weiter, dir diese Fragen zu stellen.

20. Juni 2011

Verminderter Sex nach einer Trennung

Filed under: Allgemein,Sexualität — Schlagwörter: , , , , — Advaita @ 05:45
Advaitas CD zum Thema Orgasmus, 16 € plus Versand

Advaita beantwortet vier Fragen zum Thema Orgasmus

Ganz genau heisst die Frage:
Ich beschäftige mich mit der Frage, warum ich nach der Trennung von meiner Frau vor neun Jahren nur zwei kurze Beziehungen und sonst auch keinen Sex zugelassen habe. Ich mache diese Kurse, um wieder eine Normalität zu erreichen. Wie geht das?
Es ist anzunehmen, dass wohl die Trennung stattgefunden hat auf der äußren Ebene, aber die innere Trennung hat nicht statt gefunden.
Als erstes frage dich- und antworte nicht zu schnell:
Hast du Schuldgefühle? Wie ist die Trennung verlaufen? Hast du deine Frau verlassen oder ging die Trennung von ihr aus? War der Grund für die Trennung sexueller Natur?
Mit welchen Wertvorstellung bist du aufgewachsen?
Wahrscheinlich bist du aufgewachsen mit der Wertvorstellung, dass die lebenslange Monogamie das einzig richtige oder zumindest moralisch richtige Modell ist.
Oder dein Vater hat deine Mutter “betrogen” und sie hat darunter gelitten?
Wie kommst du zur Normalität zurück?
Indem du wieder und wieder den Glaubenssatz: “Ich habe mich schuldhaft verhalten, weil ich die Trennung wollte und durchgesetzt habe” loslässt.
Oder den Satz: “Ich bin schuld am Leiden der Frau”. Das Unbewusste kennt nur die einfachsten Cliche´s.
Deine verminderte Sexualität nach der Trennung ist eine unbewusste Selbstbestrafung. du verbietest dir sexuellen Genuss, weil du glaubst, ihn nicht haben zu dürfen..
Arbeite mit der Affirmation:”Ich bin unschuldig”, am besten jeden Abend vor dem Schlafengehen.
Der Schlaf ist unser tägliches Absinken in das Unbewusste. Wenn du es mal beobachtet hast:
der letzte Gedanke vor dem Einschlafen ist der erste beim Aufwachen.
Die zweite Affirmation wäre: “Ekstatischer Sex ist mein Geburtsrecht”.
Diese zwei Affirmationen sind ohne Erwähnung des Negativen (ganz nach NLP-Regeln).
Jetzt werden Affirmationen nicht gleich deshalb wahr, weil man sie ausspricht oder dran glaubt.
Es geht darum, im Laufe der Zeit eine Energie aufzubauen, die die Verwirklichung wahrscheinlicher macht.
Sollte das nicht helfen, wäre es sinnvoll, eine Therapie aufzusuchen, um deine Selbstblockade zu bearbeiten. Viel Erfolg! Advaita Maria Bach

10. Mai 2011

Woher kommen die Orgasmusblockaden?Wo können sie sitzen?

Über das “Orgasmus-Seminar” hätte ich genau so schreiben können: “Orgasmusblockaden”.
Aber dann wäre die Resonanz nicht so groß gewesen. Wer bekennt sich schon gerne dazu, sexuell blockiert zu sein?
Es gibt relativ wenige Ursachen, die doch häufig verdrängt sind.
1) eine sexuell repressive Kindheit mit vielen sexuellen Verboten und Gewalt. Diese Verbote wirken auch – was sehr häufig vorkommt- durch Ignoranz der pubertären Entwicklung in der Familie. 95% aller Teilnehmer erklärten auf Nachfrage, dass Sexualität niemals Thema gewesen sei in der Familie. Die Frage nach Unterdrückung hätten sie verneint, weil es eben “kein Thema” war. Gerade darin besteht aber die Unterdrückung, neben den Szenarien, in denen die Sexualität verteufelt wurde. Das kommt heute seltener vor, obwohl das in ländlich-konservativen Gegenden mit katholischem Einschlag noch üblich sein kann.
Das Verschweigen eines so wichtigen Themas kommt einer Unterdrückung gleich. In einem solchen Klima wird auch wortlos mitgeteilt, atmosphärisch vermittelt, dass man sich ein Sich-Gehen-Lassen
besser verbietet, den “was sollen denn die Leute denken?” Obwohl “die Leute” nie gefragt werden, was sie denken! Der Orgasmus bedeutet aber die Hingabe an die Reflexe des Körpers, der Lust erleben will.
Vor allem Frauen wurde und wird in fast allen Weltreligionen die Lust als nicht ehrbar vermittelt.
Wenn eine Frau zu ihrer Lust steht, dann wird sie eher als Hure gesehen. Oder passen die Worte lustvoll und ehrbar zusammen? Der Gewohnheit nach eher nicht..
Erschütternde Dramen und Kindheitsszenarien zeigen sich, wenn man mit wirklich aufdeckender Körpertherapie an diesem Thema arbeitet. Die ganze Verlogenheit der Gesellschaft kommt dabei zum Vorschein, manifestiert durch Individuen, Mütter und Väter, Priester, Pfarrer, Erzieher.
Teilweise ergötzen sie sich missbräuchlich an der kindlichen Sexualität, die sie offziell verdammen.
Das ruft Blockaden hervor, deren Ursachen meistens verdrängt sind und in mühsamer Kleinarbeit ins Bewusstsein und die Erinnerung geholt werden müssen..erinnern wir uns an die Missbrauchsskandale, die vor fast zwei Jahren die Republik erschütterten, von deren Verfolgung man heute aber leider wenig hört.
Laut Alexander Lowen ruft auch Schlagen auf den Po sexuelle Blockaden hervor, weil dann diese Körperregion traumatisiert wird.
2) ein reelles sexuelles Trauma
Das Erleben von übergriffigen Erwachsenen bis hin zum Missbrauch. Es ist bekannt, dass sich die Opfer selbst schuldig fühlen, was die Aufdeckung sehr erschwert. Wenn sich das Kind an Lustgefühle bei der Tat erinnert, gibt es sich selbst eine Mitschuld. Das führt zur emotionalen Verwirrung.,die sich im erwachsenen Leben fortsetzt. Spätestens seit den Skandalen ist klar, dass sich das sehr viel häufiger abspielt, als man denkt. Ich halte den Missbrauch nach wie vor für die am wenigsten geahndete Straftat.
Sehr häufig schwört der Täter das Kind auf “unser Geheimnis”. Das Kind fühlt sich manchmal sogar geehrt und das Tabu wirkt fort. Abspaltung und Verdrängung sind die Folge.
Weit unterschätzt wird auch der Missbrauch von kleinen Jungen.
Ich empfehle immer wieder den Film “Das Fest” von Lars von Trier, der aufzeigt, wie das System Familie
mit dem Thema umgeht: die Opfer werden zu Nestbeschmutzern umerklärt- ohne Reue der Täter.
http:/de.wikipedia.org/wiki/Das_Fest_(Film)
hier noch ein Link, der etwas burschikos, aber dennoch nett bebildert, Wahres und Wissenschaftliches zum Thema breit hält:
“http://www.jolie.de/bildergalerien/15-dinge-die-sie-ueber-den-orgasmus-wissen-sollten-281738.html”>
Und wo sitzen die Blockaden?
Im Kopf natürlich auch: unbewusste Schuldzuweisungen, oder Angst vor dem Schmerz, der das Thema bedeutet bei verdrängter Traumamtisierung. Der Orgasmus bedeutet eine Öffnung. Wenn man sich öffnet, kommt alles herein, wie bei einem geöffneten Fenster. Die Blockade kann man mit einem Fenster vergleichen, das geschlossen wird, um Regen und Sturm auszuschliessen.
Aber dann sitzen die Blockaden durchaus auch in den Genitalien, die verspannt sind.
Der Bioenergetik nach halten chronsiche Muskelverspannungen verdrängte Gefühle fest.
Manchmal ruft auch eine ruppige Sauberkeitserziehung genitale Verspannungen hervor, die so alt sind, weil sie so früh hervorgerufen wurden.
Dann gibt es noch die Verspannungen, die den ganzen Körper durchziehen und natürlich auch das selige Loslassen verhindern. Ein guter Orgasmus durchströmt den ganzen Körper, den ganzen Menschen und berührt auch seine Seele. Die Tantriker meinten, dass dieser Zustand der Erleuchtung sehr nahe sei, befreit von den Fesseln des Verstandes. Und so können Mann und Frau “den Pfad der Befreiung” gehen..
Wir haben in unserer Arbeit gute Erfahrungen gemacht mit Bioenergetik in der Therapie und die Krönung sind dann die tantrischen Rituale. Da wird die orgasmische Energie kontrolliert, um sie auf höheren Ebenen wirksam werden zu lassen. das empfehle ich nur denen, die orgasmisch sind.
sonst verwechselt das Unbewusste noch Kontrolle mit Unterdrückung statt Erhöhung!

20. April 2011

Migräne/Kopfschmerzen nach dem Orgasmus

Hier die nächste Frage.
Wie ist es erklärbar, dass ich eine Zeit lang jedes Mal nach dem Orgasmus Kopfschmerzen bekam für den Rest des Tages? War ich mehr verspannt als entspannt?
Das ist eine Beschwerde, die relaitiv häufig genannt wird. Manche Frauen bekommen nicht nur Kopfschmerzen, sondern eine richtig heftige Migräne.
Dein Unbewusstes bestraft dich für den Genuss des Orgasmus mit gesundheitlichen Schwierigkeiten.
Beantworte dir selbst folgende Fragen:
Wie war das sexuelle Klima in deiner Kindheit?
Hast du jemals mitbekommen, dass deine Eltern sexuell/erotisch und zärtlich miteinander umgehen
vor den Kindern?
War das Klima zu Hause religiös? Sexfeindlich?
Bist du katholisch?
Wurde Sexualität als etwas Sündhaftes bezeichnet?
Oder vollkommen ignoriert?
Wie gingen deine Eltern mit deiner Pubertät um?
Machte ihnen deine Geschlechtsreife Angst?
Hast du deine Eltern jemals nackt gesehen?
Hast du das Gefühl, die Sexualität nicht mehr geniessen zu dürfen als deine Mutter, die verklemmt war?

Spiralnebel, metapher für Orgasmus

Orgasmusmetapher


Wahrscheinlich kommst nach der Beantwortung dieser Fragen zu dem Schluss, das du verdrängte Schuldgefühle hast. Verdrängt und abgespalten deshalb, weil du dich selbst für einen sexuell freien
und aufgeklärten Menschen hältst und vielleicht sogar dieselbe Meinung von deinen Eltern hast.
Während meiner Arbeit habe ich oft fesgestellt, dass viele Familien ein pseudoliberales Verständnis
von Sexualität haben. Es gibt keine Verdammung an der Oberfläche, sondern direkt darunter, sie zeigt sich eher in Ignoranz oder dem Ausblenden kontrovers besetzter Themen. Darin, dass gewisse Vokabeln, Signalwörter in familiären Konversationen eben einfach erst gar nicht vorkommen.
Die Kopfschmerzen oder die Migräne sind eine Methode der Autoagression, der Selbstbstrafung
für deine Schuldgefühle beim Sex. Morgends ist das Unbewusste am akivsten, weil wir dann direkt aus dem Schlaf kommen, deshalb setzeb dann die Kopfschmerzen ein.
Es kann helfen, zusätzlich zur Erforschung der negativen Glaubenssätze, in der Therapie mit bionergetischen Übungen die Wahrnehmung iin den Unterleib zu schicken und dort zu halten.
Die Kopfschmerzen/Migräne sollen dich davon abhalten, den Kontrollverlust zu geniessen, den ein Orgasmus bedeutet. Orgasmus ist ein anderes Wort für Vertrauen – in dich, den Partner, das Leben, deinen Körper, die Liebe, das Loslassen! Ja, duwarst mehr verspannt.

29. März 2011

Weiter mit dem Thema Orgasmus..

Filed under: Sexualität — Schlagwörter: , , , — Advaita @ 08:35

Ein(e) Teilnehmer(in) des Orgasmusseminars stellte folgende Frage:
Warum bin ich eher und schneller im Außen als bei mir, im Innern?

Ich nehme an, wenn du darüber nachdenkst, dass das auch bei nicht-sexuellen Zusammenhängen so ist..
Dein Unbewusstes möchte erst sicher gehen, dass du ungestraft und im Konsens mit der Aussenwelt handelst. Du hast wahrscheinlich früh in der Kindheit gelernt, dass du nur bei Strafe die Erwartungen der äusseren Welt enttäuschen darfst.. oder auf keinen Fall auffallen! Vielleicht gab es ausgesprochene oder unausgesprochene sexuelle Tabus.
Die Psychologie unterscheidet zwischen “feldabhängigen” und “feldunabhängigen” Menschen.
Ersetze “Feld”durch Umfeld. Orgasmus bedeutet Kontrollverlust- der Ekstase wegen. Ohne die Bereitschaft, die Kontrolle wenigstens für ein paar Sekunden aufzugeben, ist ein Orgasmus unmöglich.
Warscheinlich ist das Thema angstbesetzt. Man kann das Wort “Orgasmus” auch mit dem Wort “Vertrauen” gleichsetzen: Vertrauen in den Körper, vertrauen, dass während der Momente der Hingabe niemand ausnutzt oder im schlimmsten Fall den aufgelösten Zustand für eigene Zwecke missbraucht.
Wichtig wäre, das Bewusstsein zu stützen, dass eigene Bedürfnisse legitim sind, dass ein Orgasmus gesund und sinnvoll ist, das die Umgebung und der Partner liebevoll sind.
Das Ich und die Umwelt stehen allerdings machmal in einem Interessenkonflikt. Dann geht es darum,
Prioritäten zu setzen: mal ist das Ich wichtiger, mal die Erwartungen der Umwelt. Es kommt ganz darauf an..genauer lässt sich die Frage auch nur ganz persönlich beantworten.

8. März 2011

Die nächste Frage zum Thema Orgasmus

Filed under: Sexualität — Schlagwörter: , , , , , — Advaita @ 13:13

“Warum ist das Verhältnis vieler Menschen zum Thema Sexualität so kompliziert?

Obwohl der Mensch aus biologischer Sicht ein Primat ist und der genetische Unterschied zum Gorilla erstaunlich gering, lebt er als KULTURwesen in ständiger Spannung zu seiner NATUR.
Jegliche Kultur bedeutet Triebunterdrückung, das wusste schon Freud. Dabei geht es nicht nur um die Unterdrückung der Sexualität, sondern auch der Agression. Die Unterdrückung der Sexualität bedeutet auch immer die der Frau. Der größte meiner Meister, Osho sagte, zum Thema Tantra unter anderem, dass alle patriarchalischen Kulturen die Frau unterdrücken, weil Männer Angst haben vor einer lustvollen Frau.
Eine ungehemmte Frau, für die es keinen Ehrverlust bedeutet, ihre Lust auch zu leben, bringt den Mann an seine Potenzängste – deshalb muss er sie unterdrücken oder sogar beschneiden, wie es noch 100 Millionen(!) jährlich Frauen geschieht, um sich seiner Herrschaft sicher zu sein.
Kulturelle Beispiele sind Legion, ob man jetzt an die Taliban denkt, die dieser Tage viel diskutierte Teil-oder Ganzverschleierung der Frau oder ob wir das Beispiel der heiligen Jungfrau Maria nehmen, deren Ehre darin besteht, als Jungfrau Mutter geworden zu sein, was es jeder normalen Mutter unmöglich macht, eine ähnliche Ehre wie Maria zu erlangen! Und für uns Christen: Wer ist schuld an der Vertreibung aus dem Paradies? Eva natürlich – Adam ist das Opfer der Verführung.
All das hat weitgehende Implikationen, vor allem die der Triebbeherrschung, auch für die Männer, obwohl für die Frauen für ihre Ehre mehr dran hängt, auch heute noch. In der katholisch-christlichen Kultur dürfen sich junge Männer “die Hörner abstossen”, während junge Frauen darauf zu achten haben, dass eben diese jungen Männer den Respekt vor ihnen behalten.
Aber auch in einer sexuell aufgeklärteren Gesellschaft wie der unseren zur Zeit, wirken diese alten Zöpfe unterschwellig weiter. ein sexuellaktiver Mann wird als “toller Hecht “bewundert, für eine sexuell gleichermassen aktive Frau steht schnell die Bezeichnung “Schlampe” oder “Hure” zur Verfügung.
99 % aller Teilnehmer in meinen Gruppen antworteten auf die Frage, ob zu Hause auch mal über Sex gesprochen wurde, mit NEIN. Auch in solchen Familien, die an der Oberfläche nicht als religiös eingestuft wurden, war das Thema tabu. Fortwährende Ignoranz des Themas bewirkt in der Familie, dass der Glaubenssatz “Darüber spricht man nicht” verinnerlicht wird, obwohl er nie expressis verbis geäussert wird.
Die Sexualmoral des jeweiligen Kulturkreises spielt die größte Rolle für die Schwierigkeiten, die in ihr lebende Mitglieder mit der Sexualität haben. Die haben aber auch Naturvölker: bei den Lakotas dürfen Frauen nicht in die Schwitzhütte, wenn sie ihre Periode haben, bei vielen Völkern gelten menstruierende Frauen als “unrein” und müssen in dieser Zeit getrennt von den Männern leben.
Kommt jetzt noch zur kulturellen Repression der Sexualität ein Trauma hinzu, ist das komplizierte Verhältnis zur Sexualität hinreichend erklärt. Wir sind in innere Widersprüche verwickelt, dazu kommen die Widersprüche des Kollektivs, in dem wir leben – und der Orgasmus, der Kontrollverlust bedeutet,
wird immer schwieriger!
(hier im Shop gibts auch eine “Orgasmus” CD)

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