Tantra Blog der Advaita Tantra Schule

11. September 2010

Missbrauch -kulturübergreifend

Guten Morgen,
heute muss ich einfach mal auf mein lebenslanges Lieblingsthema zurückkommen: der weitverbreitete Kindesmissbrauch.
Leider steht dieses Thema in engem Zusammenhang mit den weitverbreiteten sexuellen Dysfunktionen bei Männern und Frauen, den Orgasmusblockaden und Erektionsschwierigkeiten, zerstörten Beziehungen und so UNENDLICH VIEL UNGLÜCK in der Welt.. das durfte ich in meiner therapeutischen Tätigkeit jahrzehntelang immer wieder so schmerzhaft erfahren.
Und bin gerade wieder dabei.
Ich war angetreten als junge Frau mit so viel Enthusiasmus, den Menschen die frohe tantrische Botschaft zu bringen, dass Sexualität etwas Heiliges ein kann, nicht nur etwas Natürliches – und dann habe ich kniehoch im Ekel waten müssen, um den Menschen die Empathie zu geben, die ein missbrauchter Mensch unbedingt braucht, weil er nie den „Zeugen“ hatte für seine Not, von dem Alice Miller schreibt. Am schwärzesten ist die schwarze Pädagogik an dem Punkt der Leugnung dieses fortgesetzten Kapitalverbrechens an der Menschheit.
Und die Fälle, die ich helfen durfte, aufzudecken, erreichten ja nie die Medien oder den Gerichtssaal.
Es gerade neue Nachrichten über massenhaften schweren Missbrauch in der belgischen katholischen Kirche in den Medien, wurden doch gerade in Portugal prominente Mitglieder der Gesellschaft verurteilt für jahrelangen Missbrauch von kleinen Kindern in einem „Casa Pia‘“!! Das fromme Haus – oh wie fromm!
In Belgien wurde immerhin nachgewiesen, dass in mindestens 13 Fällen der Missbrauch zu Selbstmord geführt hat.
Inzwischen wissen wir, dass auch in protestantischen Heimen an den kleinen Kindern herumgefummelt wurde. Und nicht zu vergessen: VOR allem in den Familien – das heißt ÜBERALL!
Auch die Linken und Progressiven fanden Argumente, die Kleinen zu „erziehen“..an der Odenwaldschule, so stellte sich heraus, fand der Missbrauch ja schon seit den Gründerzeiten statt.
Manchmal, in der Ostergruppe, wenn wir alle weinten vor Erschütterung über den sich öffnenden Abgrund, dachte ich, dass die ganze Gesellschaft begründet ist auf dem Unglück der kleinen Kinder – IMMER SCHON. Und der PAKT des Schweigens die Täter schützt. Die Angst ihnen ihre nicht vorhandene Ehre zu nehmen, ist grösser als die Empörung über diese verdammte SCHEINHEILIGKEIT..und das Schlimme ist. Dass dadurch für viele Menschen das wahrhaft Heilige nicht mehr gesucht wird oder als existent angenommen wird, so groß ist ihre Ernüchterung und Verzweiflung.
Wilhelm Reich weigerte sich gegen Ende seiner Tätigkeit, Kleriker zu behandeln. Nicht therapierbar sind die..das war sein Argument.
Aber auch er, und Freud, selbst Alexander Lowen, haben die Konsequenzen des allgegenwärtigen sexuellen Missbrauchs nicht erkannt. Trotz all ihrer bahnbrechenden Arbeiten. In der ganzen Körpertypenlehre findet man erstaunlich wenig zu dem Thema. Auch Alice Miller geht kaum auf das Thema ein in ihren sehr lesenswerten Büchern, die voll sind mit richtigen Erkenntnissen.
Aber schauen wir über die Landes-und Kulturgrenzen hinaus: zu Sai Baba, dem „Mann der Wunder“. Es ist ziemlich klar, dass er zwanzig Jahre lang kleine Jungens missbrauchte, sogar morden ließ, damit nicht noch mehr erzählt wird. Auch in Indien: der Mann gilt als heilig, er hat 23 Millionen Anhänger. Die Polizei unternimmt NICHTS!!!! Er müsste lebenslang in einer finstern Gefängniszelle verrotten. Aber erlebt vollkommen ungestört als angebeteter Guru.
Als die Zeitschrift „Connection“ das Thema vor zwei Jahren aufgriff, erschütterte mich am meisten, dass der Aufschrei unter den Lesern ausblieb!!
Es ist mir bekannt, dass auch hochverehrte buddhistische Lamas sich unter dem Vorwand der „Einweihung“ im Vajrajana an Schülern/Schülerinnen vergreifen..der hochverehrte Ramesh Balsekar, Advaita-Vedanta-Lehrer, hat es auch getan und Oliver
Shanti – wir erinnern uns? Alle haben wir seine Musik gespielt..
Wann endlich wird die Unversehrtheit der Körper und Seelen der kleinen Kinder zum HÖCHSTEN kulturellen WERT??
Bitte genau so ÜBERALL wie jetzt der Missbrauch?
Ich bin überzeugt, dass das viel Konsequenzen hätte für unsere Gesellschaft – sehr gute.. auch solche, die man im Augenblick überhaupt nicht für möglich hält. Weil kaum jemand die weitverzweigten Zusammenhänge herstellt, die mit fortgesetztem sexuellen Missbrauch zusammen hängen.
Trotzdem ekeln mich die katholischen Priester am meisten. Würg, Kotz – vielleicht, weil so viele Klienten betroffen waren..deren persönliches Schicksal mir zur Kenntnis kam.
hier noch ein paar links im web:

http://www.welt.de/vermischtes/article3012873/Grausamer-Missbrauch-im-Kinderheim.html,

http://diepresse.com/home/panorama/religion/593688/index.do

http://beauftragte-missbrauch.de/course/view.php?id=74

http://www.kreuz.net/article.10671.html

http://weltinnenraum.de/out/pictures/wysiwigpro/presse/9783899013252_pm.pdf

24. Juni 2010

Tantramassagen..

Filed under: Politik & Zeitgeschehen,Tantra — Advaita @ 13:17

“Ich selber habe die tantrische Massage noch unter der Leitung meiner Urlehrerin, Margo Anand Naslednikov, im Rahmen meiner Gesamtausbildung gelernt – das war 1982. Damals war die tantrische Massage noch nirgendwo kommerziell präsent so wie heute. Die Griffe waren auch noch nicht ganz so ausgearbeitet und raffiniert wie heute. Aber es sind auch Griffe, die teilweise weniger mit der direkten Stimulation zu tun haben als vielmehr einer tiefen Muskelentspannung im „Bermuda-Dreieck“, wie wir damals intern jenen Bereich genannt haben, der unter den Sitzknochen ist, unterhalb des Samenstranges beim Mann, die direkte Umgebung des Anus` und die ganzen Ansätze der Gesäßmuskeln. Griffe, die sehr angenehm für den Empfänger sind als auch selten von irgend jemand mal ausgeführt werden. Bei einer normalen Massage sowieso nicht. Diese Muskeln werden selbst bei intensiver Vereinigung auch nicht unbedingt entspannt. Griffe, die heute teilweise in Vergessenheit geraten sind.
Mein verehrter Freund Andro ist zweifellos ein Meister dieser Kunst, was ich durch Erfahrung am eigenen Leibe bezeugen kann.
Er hat viel beigetragen mit seiner Kreativität und seinem Einfühlungsvermögen zur Verfeinerung und Verbreitung dieser Kunst.
Von Tantra abgesehen, gibt es diese Kunst aber auch in anderen asiatischen Liebesdisziplinen wie dem Tao-Yoga, das heute weitgehend von Mantak Chia verbreitet wird. Auch die Chinesen hatten ein Wissen über den Körper, den Energiekörper und gewisse Lustpunkte, die bei Stimulierung und Massage das Lustempfinden erhöhen. Auch die Kontrolle der Ejakulation zur Steigerung der Lust und der Transformation sexueller Energien in spirituelle ist dem Taoisten wohl bekannt.
Dank meiner vielfältigen Kontakte, auch zu ehemaligen Teilnehmern, die nach ihrer Zeit bei mir andere Wege gehen, habe ich reichlich Inspiration und praktische Anregung zur ständigen Verbesserung der erotischen Energiemassage von den Taoisten erhalten.
In neuerer Zeit ist es auch Joseph Conrad, einem homosexuellen Tantra – Lehrer aus den USA zu verdanken, daß es immer mehr Griffe zur Freude des Mannes gibt: er hat „Bodyelectric“ erfunden, eine Methode, die auch sehr viele SchülerInnen gefunden hat und ganz neue Ideen eingebracht hat in diesen Bereich der tantrischen Künste. Heute gibt es dort aber auch Massagen für Frauen.
Dazu kommt, daß es auch bei primär nicht tantrischen Massagen, wie der „Postural Integration“ nach Jack Painter, also einer eher therapeutischen, systematischen Tiefengewebsmassage als auch sogar beim Rebalancing, sowohl genitale als auch anale Griffe gibt, die einem Tantriker zu kennen wohl ansteht. Hier gelten die Griffe der Heilung, allerdings nicht im esoterisch aufgebauschten Sinn, sondern schlichtweg der physischen Entspannung, geht man davon aus, daß jede chronische Muskelanspannung, ganz egal wo im Körper, ungesund ist und außerdem eine Analogie bietet zu einer psychischen Verspannung.
Damals, in den frühen Achtzigern, als ich dann auch meine Selbstständigkeit als Tantra-Lehrerin begann, wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Kunst separat als Einzelsitzung anzubieten. Innerhalb der Seminare hatte ich gelernt, daß die erotische Massage sowohl Shiva als auch Shakti sehr entspannt vor dem Ritual und natürlich auch dem tantrischen Grundsatz dient: erregen und innehalten, erregen und innehalten, immer wieder. Das heißt, die Kunst zu lernen, dem Trieb zur schnellen Befriedigung zu widerstehen, manchmal, um die sexuelle Energie durch yogische Techniken tatsächlich zu sublimieren oder auch im Sinne einer Luststeigerung, die sehr viel tiefer ist und die auch letzten Endes sehr viel befriedigender ist als ein schnelles „Kommen“. Der Zusammenhang, in dem ich die Massage kennen gelernt hatte, war immer gegenseitig für Mann und Frau. Und in Wahrheit macht es mir auch heute noch die meiste Freude, auf diese Weise die erotische Massage zu vermitteln, zu geben oder auch zu empfangen: im Rahmen eines längeren Tantraseminars, als stundenlanges, ausgiebiges Vorspiel für beide Geschlechter vor einem großen Vereinigungsritual.”
morgen gehts weiter Advaita

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