Ganz genau lautet die Frage: Wenn ich einem Mann mitteile, dass ich ihn nicht liebe, dann öffnet sich bei mir das Tor. Wäre ich aber ernsthaft verliebt, dann laufe ich weg und in meinem Körper tut sich nichts. Wie löse ich das ? Wie komme ich aus diesem Muster raus?
Ganz offensichtlich geht es hier um die Angst vor der Liebe, oder vielmehr die Angst vor der Verbindung von Lust und Liebe. Vor Verbindlichkeit, vor der tiefen Berührung des Herzens.
Der Orgasmus wird bei dir verknüpft mit einer Risikoangst, wenn es wirklich um eine tiefere Verbindung ginge. Die Lösungsfrage dreht sich um den Punkt in deinem Leben, an dem sich die Liebe von der Lust, vom Sex getrennt hat. Du hast es geschafft, Nähe vom Sex zu trennen.
Wahrscheinlich in der Kindheit, durch übergriffiges Verhalten einer Person aus deinem Umfeld hast du gelernt, den Sex zuzulassen und gleichzeitig innerlich auszusteigen. Das ist ein relativ häufiges Phänomen. Es ginge darum, die Urszene zu finden, am besten durch Körpertherapie.
Doch ist es auch wichtig, dass du dich selbst fragst, wie erfassend der Orgasmus, den du “ohne Liebe”hast, denn auch wirklich ist. Ist dein ganzer Körper in einem Beben oder ist der Orgasmus eher
auf die Klitoris konzentriert?
Wenn du an Liebe denkst, welche Angst genau hast du? Vereinnahmt zu werden, verlassen zu werden, ausgenutzt zu werden, verraten zu werden, betrogen zu werden?
Was ist so gefährlich an der Liebe, die dir vorgelebt wurde, das du meinst, die Kontrolle darüber nicht aufgeben zu können?
Oder gab es Vorbilder in deiner Jugend für abgetrennten Sex?
Haben deine Eltern vielleicht der Umwelt eine gute Ehe vorgespielt, aber dann hast du eines Tages Pornohefte unter dem Sofa gefunden?
Hatte einer deiner Eltern oder beide ein Verhältnis, eine Affäre, war “untreu”?
Gab es einen Unterschied von Schein und Sein?
Wieso kannst du der Liebe nicht vertauen?
Was ist an Männern nicht vertrauenswürdig?
Beantworte dir diese Fragen, vielleicht schriftlich, so spontan wie möglich. Sei absolut ehrlich.
Finde deinen inneren Konflikt, deine Widersprüche.
Es geht um deine Projektionen, die Resultate von Erfahrungen sind, die vielleicht verdrängt wurden.
In der Tiefe geht es um das Thema Männerhass. Es kommt dir vielleicht übertrieben vor, meine Erfahrungen haben aber gezeigt, dass hinter einer solchen Abtrennung von Körper und Herz zum Beispiel der Satz steckt: “Du kriegst mich nicht.” Spiele damit. Kommt er dir bekannt vor?
Ist das ein Gefühl, dass dich vor Ohnmacht rettet?
In deinem Leben: wie kommst du mit Männern aus? Mit dem Chef? Hast du vielleicht besondere Probleme mit männlicher Autorität?
Hast du männliche Freunde? Wiesehen diese Freundschaften aus?
Deine Beziehungen? Ist es nicht möglich, wenn du einen Mann länger kennst, dass du deinen Widerstand aufgibst?
Ich hoffe, es hilft dir weiter, dir diese Fragen zu stellen.



